Österreichweit einzigartige Stahlbrücke


November 2025

Der neue „Chemieknoten Steg“ in Linz – eine innovative Fußgänger­brücke aus walz­plattierten Blechen

Linz - 21. November 2025. Der „Chemieknoten Steg“ ist eine innovative Fußgänger­brücke im Nahbereich des Verkehrs­knotens „Chemie Linz“. Er führt über die Ausläufer der vier­spurigen und stark befahrenen Sankt-Peter-Straße und verbindet einen Parkplatz mit ca. 500 Stell­plätzen mit dem Industrie­gelände „Chemiepark Linz“. Bei diesem österreichweit einzigartigen Pilotprojekt kommen erstmals walzplattierte Bleche der voestalpine zum Einsatz.

Die rund 28 Meter lange und 2,8 Meter breite Stahlkonstruktion vereint modernste Werkstofftechnologie mit anspruchsvoller Ingenieurskunst. Das Herzstück des Bauwerks bildet ein neuartiger Verbundstahl: Ein stabiler Kern aus konventionellem Stahl ist dauerhaft mit einer äußeren Schicht aus rostfreiem Edelstahl verbunden. Diese Bauweise sorgt für eine außergewöhnlich hohe Korrosionsbeständigkeit und macht die Brücke besonders wartungsarm. Gleichzeitig stammt der verwendete Stahl aus der greentec steel-Edition der voestalpine und wird mit deutlich geringeren CO₂-Emissionen hergestellt – ein wichtiger Beitrag zu nachhaltigem Bauen.

Das architektonische und konstruktive Design des Chemiestegs stammt von DDI Rudolf Brandstötter von der tragwerkstatt Ziviltechniker GmbH. Gefertigt wurde die Brücke in der GLS Stahlbauproduktion in Ennsdorf, wo sie vollständig zusammengebaut, verschweißt sowie abschließend sand- und glasperlengestrahlt wurde.

Auch der Transport des Bauwerks stellte eine besondere logistische Herausforderung dar: Ein 48 Tonnen schwerer Sondertransport brachte die komplette Brückenkonstruktion von Ennsdorf zum Chemieknoten nach Linz. Die Stiegenauf- und -abgänge wurden auf separaten Lkw angeliefert. Die Montage der drei vorgefertigten Schüsse erfolgte während einer Straßensperre in der Nacht vom 21. zum 22. November 2025. Durch die gute Planung im Vorfeld sowie einem eingespielten Montageteam vor Ort, konnte die Sankt-Peter-Straße pünktlich um 4:30 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben werden. Nach der Montage der Stahlbau­teile wurde noch eine Stahlbeton­ergänzung an den bestehenden Treppen­fundamenten hergestellt und die Handläufe samt Beleuchtung installiert und in Betrieb genommen. Der neue Chemieknoten Steg konnte rund zwei Wochen nach Montage der Stahlbauteile übernommen und für den Fußgängerverkehr freigegeben werden.

Mit dem Chemiesteg entstand nicht nur eine funktionale Fußgängerverbindung, sondern auch ein wegweisendes Beispiel für die Zukunft des Stahlbrückenbaus in Österreich. Das Pilotprojekt zeigt eindrucksvoll, wie innovative Werkstoffe, nachhaltige Produktion und präzise Ausführung zu einer langlebigen Infrastruktur beitragen können.